Die Neue Pfarrkirche
(Quelle Zusammenstellung von
Mag. P. Clemens Brandtner, 1996)
Als die alte Pfarrkirche zu klein und bereits
baufällig wurde, hat sich die Be-völkerung
für den Bau einer neuen Kirche mit Platz für
1000 Menschen ausgesprochen. Dazu haben
sich viele Bauern und Bürger bereit erklärt,
ihren Beitrag in Naturalien (Bausteine, Kalk,
Holz, Ziegel) Naturalrobot (Arbeitsleistung)
und Bargeld (Gulden) beizusteuern. Vom
ersten Gedanken an einen Neubau im Jahre
1834 bis zum Spatenstich am 30. 6. 1863
war es noch ein weiter Weg, gepflastert mit
Verhandlungen, Bewilligungen und die
tatsächliche Bereitstellung/Gewinnung der Baumaterialien.
Der Baubeginn selbst wird mit Frühjahr 1864 datiert und ging unter Mithilfe der Pfarr-bewohner zügig voran. Im Spätsommer 1865 waren Kirche samt Tum eingedacht.Danach wurden die Innenarbeiten und das Einsetzen
der färbigen Glasfenster forciert. Über
den Standort der neuen Pfarrkirche auf der günstig gelegenen Anhöhe war man sich
rasch einig, sie ist gewestet, im gotischen Stil erbaut und besteht aus einem Kirchen-
raum, einem Presbyterium, einem Glockenturm und aus zwei niedrigen Räumlichkeiten,
die am Presbyterium angebaut sind, wovon der nördliche Raum als Sakristei verwendet
wird. Der Kirchenraum ist als Halle mit fünf Jochen gestaltet. Darüber liegt das Gewölbe, getragen von Kreuzrippen und Gurtbögen, welche zu den geschmückten Wandpfeilern führen. Im hinteren Joch befindet sich die Orgelempore, die Brüstung wird durch goti-
sche Scheinfenster geziert und der Kirchenraum durch 10 große Fenster beleichtet.
Außen wird die Mauer durch Stützpfeiler (Natursteine) ver- stärkt. An der Ostseite er-
hebt sich der Glockenturm. Im Herbst 1867 wurde der Hochaltar und die Kanzel gelie-
fert, deren Kosten durch eine Sammlung aufgebracht wurden.
In der Mitte des Aufbaues steht die Statue des Kirchenpatrons Bartholomäus mit Schrift- rolle und Beil. Etwas tiefer beiderseits davon befinden sich die Statuen der Aposteln
Petrus (mit Evangelienbuch und Schlüssel) und Paulus (mit Evangelienbuch und Schwert). Die Bevölkerung konnte die Einweihung der neuen Kirche kaum mehr erwarten und such-
te ungedultig um die Weihe an, inzwischen übertrug man die fünf Glocken und die
Turmuhr in den neuen Kirchturm, bevor am 17.11.1867 die Weihe stattfand. Am 1.
Adventsonntag übertrug man das Allerheiligste von der alten Kirche in die neugeweite.
Wahrscheinlich sind noch im Jahr 1867 die Kirchenstühle geliefert worden, 1868 folgte
die Aufstellung der beiden Seitenaltäre. Am Marienaltar steht in der Mitte die Statue
der Unbeflekten Empfängnis, links die Hl. Barbara (mit Buch, Kelch und Schwert) und
rechts der Hl. Aloisius (mit Kreuz und Lilinenstab). Am Josefsaltar befindet sich mittig
die Statue des Närvaters Josef (mit Jesuskind und Lilienstab), links die Hl. Anna und
rechts der Hl. Joachim.
Eine Orgel wurde der neuen Kirche mittels eines Testamentes eines Pfarrbewohners
gespendet, welche 1870 geweiht wurde. Die Zinnpfeifen mussten 1916 abgeliefert wer-
den und wurden erst 1937 wieder ersetzt und ein elektrisches Gebläse eingebaut. Die
Glocken der alten Pfarrkirche waren den "Bartholomäern" zu klein, deshalb wurde 1870
eine große Glocke gekauft, die restlichen drei Glocken ließ man 1881 in Laibach um-
gießen. 1873 kamen die 14 neuen Kreuzwegbilder hinzu, 1884 wurde der Taufbrunnen
gespendet, der ursprünglich dort stand, wo sich heute der Rosenkranzaltar befindet.
Ständige Innen- und Außenrenovierungen in den folgenden Jahrzehnten änderten auch
das ursprüngliche Erscheinungsbild der Kirche (dunkler Anstrich innen um ca. 1913,
Wegfall der gotischen Dachgauben). In den Kriegsjahren wurden die Glocken zerschla-
gen und später durch 4 neue Stahlglocken ersetzt. 1977/78 bekam die Kirche neue
elektrische Leitungen und eine Bankheizung, 1990 wurde die Pfarrkirche außen gründ-
lich renoviert.